Wir reden zu viel übereinander. Und zu wenig miteinander.
Aus dieser einfachen Beobachtung ist mitmenschenreden entstanden. Unser Magazin beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen unserer Zeit. Nicht, um den Leserinnen und Lesern zu erklären, was sie denken sollen. Sondern um unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen, Argumente gegeneinanderzustellen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn eine offene Gesellschaft braucht keine Einigkeit. Sie braucht die Fähigkeit, Uneinigkeit auszuhalten.
Menschen statt Lager
Die öffentliche Debatte ist härter geworden. Positionen werden schnell politischen Lagern zugeordnet, Menschen mit Etiketten versehen und Argumente danach beurteilt, von wem sie stammen. Wir wollen einen anderen Weg gehen.
Bei mitmenschenreden können Menschen zu Wort kommen, deren politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Vorstellungen weit auseinanderliegen. Entscheidend ist nicht, ob eine Meinung in ein bestimmtes Milieu passt. Entscheidend ist, ob sie begründet wird und etwas zum Verständnis einer Frage beiträgt.
Deshalb sprechen wir mit Wissenschaftlern und Unternehmern, Politikern und Publizisten, gesellschaftlich Engagierten und Menschen, die Erfahrungen gemacht haben, von denen andere etwas lernen können. Man muss ihren Auffassungen nicht zustimmen. Man sollte sie aber hören.
Perspektivenwechsel gehört zum Konzept
Wir glauben, dass gesellschaftliche Probleme selten dadurch lösbarer werden, dass jeder noch einmal die eigene Position wiederholt. Interessanter wird es dort, wo Widerspruch beginnt. Was sieht jemand, der eine vollkommen andere Lebenserfahrung hat? Welche Argumente sprechen gegen die eigene Überzeugung? Was geschieht, wenn politische Absichten auf wirtschaftliche Realität treffen? Wenn individuelle Freiheit mit gesellschaftlicher Verantwortung kollidiert? Wenn scheinbar einfache Antworten einer genaueren Prüfung nicht standhalten? mitmenschenreden möchte diesen Perspektivenwechsel ermöglichen.
Deshalb finden sich bei uns Interviews, Gespräche, Essays, Analysen und Kommentare zu den großen Konfliktlinien unserer Gegenwart: von Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt über Wirtschaft, Migration, Demografie und Energiepolitik bis zu Medien, Künstlicher Intelligenz, Bildung, Familie, Glauben und Verantwortung. Nicht jedes Thema lässt sich abschließend beantworten. Aber fast jedes Thema verdient es, genauer betrachtet zu werden.
Unabhängig heißt auch: widersprechen dürfen
mitmenschenreden ist keiner Partei und keiner politischen Richtung verpflichtet. Das bedeutet nicht, dass unsere Autoren, Gesprächspartner oder der Herausgeber keine Überzeugungen hätten. Im Gegenteil: Ein guter gesellschaftlicher Diskurs entsteht nicht durch Menschen ohne Haltung, sondern durch Menschen, die ihre Haltung begründen und bereit sind, sich mit anderen Argumenten auseinanderzusetzen. Wir wollen weder einen künstlichen Konsens herstellen noch Unterschiede verwischen. Wo es Konflikte gibt, sollen sie sichtbar werden. Wo Argumente schwach sind, darf das benannt werden. Wo Mehrheiten irren könnten, muss Widerspruch möglich sein. Und wo vermeintliche Gewissheiten einer Überprüfung nicht standhalten, sollte ein Magazin den Mut haben, Fragen zu stellen.
Gegen die Geschwindigkeit der Empörung
Soziale Netzwerke belohnen Zuspitzung, Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit. Gesellschaftliche Fragen funktionieren jedoch selten in 280 Zeichen oder 50 Sekunden. Wir wollen deshalb einen Raum schaffen, in dem ein Gedanke auch einmal zu Ende gedacht werden darf. Einen Raum für längere Gespräche, für Zwischentöne, für Widersprüche und gelegentlich auch für die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit komplizierter ist als die eigene Meinung über sie. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist eine Voraussetzung für Erkenntnis.
Wer hinter mitmenschenreden steht
Herausgeber von mitmenschenreden ist der Unternehmer und Publizist Ralf M. Ruthardt. Sein Anspruch ist dabei ebenso schlicht wie anspruchsvoll: zuhören, nachfragen, widersprechen, verstehen. Denn Demokratie lebt nicht davon, dass wir alle dasselbe denken. Sie lebt davon, dass wir trotz unserer Unterschiede miteinander reden.
