Während die sogenannten Leitmedien sich nur am Rande um eine der neueren Gründungen im politischen Spektrum mühen, gibt es bei MITMENSCHENREDEN einmal mehr ein Interview mit der neuen politischen Kraft, deren Gesichter vor allem Frauke Petry, Joana Cotar und Thomas L. Kemmerich sind. Im Gespräch erläutert Sarah Zickler ihren Wechsel zum TEAM FREIHEIT und beschreibt, warum sie in klassischen Parteistrukturen kaum noch Raum für echte liberale Politik sieht. Sie spricht über Verantwortung, Transparenz und ihren Anspruch, Baden-Württemberg wirtschaftlich und politisch neu auszurichten.
Das GesprächSarah Zickler ist Unternehmerin in der Immobilienwirtschaft und wechselte Mitte 2025 von der FDP zum TEAM FREIHEIT, wo sie nunmehr als Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 aufgestellt wurde. Danke für Ihre Bereitschaft zum Gespräch, Sarah Zickler. Sie haben Expertise sowohl in der Parteipolitik als auch in der Kommunalpolitik gesammelt. Seit Juli sind Sie nun bei TEAM FREIHEIT. Nun, eine Partei wechselt man vermutlich nicht ohne gewichtige Gründe. Lassen Sie uns verstehen, was Sie dazu veranlasst hat?
Ich bin in die FDP damals eingetreten, weil ich Mittelstandspolitik machen wollte. Mir ging es um eine freiheitliche Wirtschaftspolitik. Genau das ist nun auch der Grund gewesen, weshalb ich nach langem Ringen aus der FDP ausgetreten bin: Eine freiheitliche Wirtschaftspolitik findet dort nicht mehr statt. Meine Feststellung war, dass in der einst liberalen Partei die Bürgerrechte und Freiheit nicht mehr hochgehalten wurden. Mittlerweile scheint man sich selbst genug zu sein und es geht an erster Stelle darum, die Mandatsposten zu behalten. Es geht nicht mehr darum, für Freiheitsrechte zu kämpfen. Es wird, so meine Erfahrung, immer nur für sich selbst gekämpft. Dafür will ich meine Zeit einfach nicht hergeben. Bei TEAM FREIHEIT habe ich das gefunden, was ich mir für ein wirksames Engagement in der Politik vorstelle.
Haben Sie die Wahrnehmung, dass die Parteien in Deutschland in Summe zu sehr mit sich selber und mit individualisierten Interessen der Mandatsträger und der Leute, die in den Parteien da aktiv sind, beschäftigt sind? Und dass die Wahlprogramme quasi auf die Show nach außen reduziert wurden und der Wesenskern der jeweiligen Partei hintenansteht?
Definitiv. „Durch die Bank weg“ ist die aktuelle Politik eher ein Selbstzweck oder vielmehr sie dient dem Selbsterhalt. Dabei ist es völlig egal, welche Partei wir betrachten. Da brauchen wir nicht über Farben zu sprechen. Da geht es den Akteuren vor allem darum, wie sie ihre Posten erhalten und behalten. Schauen Sie, Herr Ruthardt, woher kommen denn die meisten Politiker? Was haben die denn für einen Background? Wir reden hier in den meisten Parteien über Langzeitabgeordnete, die seit vielen Jahren im Parlament sitzen. Und wir reden über junge Leute, die – wenn man Glück hat – eine Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben. Oft ist ja nicht einmal das der Fall. Die wechseln ohne wesentliche Lebens- und Berufserfahrung direkt in den Politikbetrieb. Da ist es ja naheliegend, dass diese Menschen bemüht sind, ihr Mandat zu behalten. Weil, wo wollen diese Leute ihr Geld verdienen, wenn das Mandat weg ist? Gut, manche werden von der Partei mit irgendwelchen gut und aus Steuermitteln bezahlten Jobs versorgt. Gleichwohl, die Leute haben wirklich was zu verlieren.
Diese Kritik wird seit Jahren vorgetragen. Ja, sie ist nachvollziehbar und erscheint berechtigt. Gleichwohl kann man sich als Bürgerin und Bürger die Frage stellen, wie sich das ändern soll.
Die Parteien erweisen unserer Demokratie keinen Gefallen mit dem beschriebenen Agieren. Deshalb machen wir es bei TEAM FREIHEIT anders. Wenn die Leute einen Blick auf unsere Liste mit den Landtagskandidaten werfen, dann ist das direkt erkennbar: Dort findet man ausschließlich Menschen, die Berufserfahrung haben oder ein Unternehmen führen. Es sind Personen, die nicht wegen der Karriere in die Politik wechseln. Die haben ihre Fähigkeit bereits unter Beweis gestellt und gehen in die Politik, weil sie sich unserem Land gegenüber verpflichtet fühlen. Sie sind bereit, politische Verantwortung zu übernehmen.
Wie lässt sich die Motivation der Kandidatinnen und Kandidaten auf der Landesliste von TEAM FREIHEIT für die Wahl in Baden-Württemberg in drei Sätzen beschreiben?
Wir möchten, dass dieses Land wieder funktioniert! Wir möchten, dass die Wirtschaft funktioniert! Wir möchten, dass dieses Land für unsere Kinder funktioniert und dass wir alle eine Zukunft in Wohlstand und Frieden haben.
Viele Menschen werden den Partei- bzw. Vereinsnamen „TEAM FREIHEIT“ bereits gehört oder gelesen haben. Auf der Internetseite kann man sich über inhaltliche Positionen informieren. Gleichwohl erscheint die inhaltliche oder strategische Linie der Partei noch schwammig. Nehmen Sie Einfluss auf die Partei, damit sich das ändert?
Auf die Partei hab ich genau null Einfluss, weil ich nicht Mitglied dieser Partei bin. Worauf ich allerdings Einfluss nehmen werde, ist die Politik im Landtag von Baden-Württemberg.
Jetzt sind wir an einem wesentlichen Punkt, der bei TEAM FREIHEIT einen Unterschied zu anderen Parteien macht. Partei und Verein. Diese Trennung sollte von Ihnen bitte erklärt werden. Denn es wäre ja irritierend, wenn es zwischen Partei, dem Verein oder den Mandatsträgern keine geklärte inhaltliche Ausrichtung geben würde.
Unsere Logik bei TEAM FREIHEIT sieht vor, dass die Parteimitglieder die Kandidatinnen und Kandidaten wählen. Das müssen Sie sich wie ein Vorstellungsgespräch vorstellen. Man bewirbt sich quasi bei der Partei, weil man inhaltlich übereinstimmt und politische Verantwortung übernehmen und mitgestalten will. Da gibt es Vorstellungsrunden und die Partei entscheidet dann, ob man geeignet ist oder nicht.
Aber was macht den Unterschied zu den anderen Parteien? Dort gibt es ja ebenfalls durch die Partei eine Auswahl der Kandidaten per parteiinterner Wahl. Gut, bei TEAM FREIHEIT sind die für ein Mandat kandidierenden Menschen nicht Mitglied in der Partei. Das macht dann schon mal einen Unterschied. Gleichwohl bestimmt bei TEAM FREIHEIT ebenfalls die Partei, wer auf eine Wahlliste kommt.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei TEAM FREIHEIT kein Parteimitglied Rücksichten auf Kandidaten nehmen muss, weil es keine wechselseitigen Abhängigkeiten gibt. Parteimitglieder wollen nicht Kandidaten werden und müssen mit keinem der Kandidaten faule Kompromisse schließen. Sie sind tatsächlich frei, weil sie kein Mandat anstreben.
Lassen wir das zunächst so stehen. Wer sind die Menschen, die in der Partei sitzen und das Wahlprogramm schreiben?
Zunächst: Die Partei ist das Mittel zum Zweck, um politisch teilnehmen zu können. Es gilt nun mal, das Regelwerk zu beachten, um eine Liste aufstellen zu können. Von der Partei kommt jedoch kein Wahlprogramm für meinen Wahlkampf in Baden-Württemberg. Das kommt von uns Kandidatinnen und Kandidaten. Es stehen somit die Menschen im Vordergrund, die zur Wahl antreten. Deren Expertise, Persönlichkeit und deren konkretes politisches Programm sorgen bei den Wahlberechtigten für Transparenz. Im Wahlprogramm für die Landtagswahl in Baden-Württemberg schreibe ich maßgeblich die Bereiche Wirtschaftspolitik, Wohnen und Bauen sowie die Mittelstandspolitik. Ein anderer Kandidat, er ist Internist, der ist für die Gesundheitspolitik in unserem Programm maßgeblich.
Lassen Sie uns nochmals auf die Parteimitglieder zurückkommen, welche schlussendlich die „Qual der Wahl“ (lacht) haben, was die Kandidatinnen und Kandidaten anbelangt. Oder anders ausgedrückt: welche die Macht der Wahl haben.
Ich würde sagen, diese tragen eine große Verantwortung. Ich würde es nicht als Macht bezeichnen wollen. Schließlich sind wir als Beteiligte uns einig, dass wir diese klassischen Parteistrukturen nicht haben wollen. Und insbesondere sind wir uns darüber einig, dass wir Qualität in die Parlamente bringen wollen. Das ist die Verantwortung, die die Menschen in der Partei für die Listenwahl tragen.
Ich habe ChatGPT (am 05.12.2025) gefragt: Wer ist Parteivorsitzender der Partei TEAM FREIHEIT? Und die Antwort – unbenommen, dass ein neuronales Netz, also eine KI, fehlerhaft ist – lautet „Thomas L. Kemmerich“. Ist das richtig?
Nein, das stimmt nicht. Er ist Vorsitzender des Vereins und nicht der Parteivorsitzende …
… und genau das ist in der Kommunikation intransparent. Die Rollenverteilung zwischen Partei, Verein und Mandatstragenden sowie die personifizierte Klärung, wer welche Funktion hat, ist mir zu wenig erkennbar. Vielleicht habe ich zu unaufmerksam die Internetseite von TEAM FREIHEIT durchforstet; das will ich nicht ausschließen. Deshalb meine nochmals mein Nachbohren: Wer sind die Menschen, die in der Partei sind bzw. dort beispielsweise den Vorstand bilden?
Es ist kein Geheimnis, dass Markus Kunz unser Landesvorsitzender der Partei TEAM FREIHEIT in Baden-Württemberg ist und Prof. Wolfgang Söhnlein sein Stellvertreter. Die Namen sind öffentlich bekannt, nur die Menschen sind in der Regel keine öffentlichen Personen und allgemein bekannt. Hierzu wird es demnächst noch mehr Informationen auf unserer Homepage geben. Da arbeiten wir aktuell dran. Ihre Kritik ist berechtigt, dass, wenn selbst die KI unsere Struktur nicht auseinanderhalten kann, wie sollen dann die Bürger das hinbekommen. Hier muss noch transparenter und vor allem leicht verständlich kommuniziert werden, da kann ich Ihnen leider nicht widersprechen.
Lassen Sie uns nochmals auf die Inhalte zu sprechen kommen, die Ihnen für Baden-Württemberg wichtig sind. Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Ich weiß, die Landesbauordnung langweilt die Menschen oft, aber sie ist was Grundlegendes. Wenn wir in unserem Bundesland günstigeren Wohnraum schaffen, dann verbessern wir natürlich die Standortqualität für die Wirtschaft und damit für die Menschen. Was braucht die Wirtschaft? Das sind Fachkräfte. Und was brauchen die Fachkräfte? Die Möglichkeit zu attraktivem und bezahlbarem Wohnen. Die Landesbauordnung ist ein wichtiger Hebel, um dafür zu sorgen. – Manchmal ist es tatsächlich simpel, den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg wieder attraktiver zu machen. Das genannte Beispiel ist ein Baustein, an dem ich persönlich arbeite. Der nächste Punkt ist themenübergreifend: Es ist dieses furchtbare Wort Bürokratieabbau. Niemand mag es mehr hören, weil Politiker seit vielen Jahren über dieses Thema sprechen. Als TEAM FREIHEIT wollen wir darüber nicht mehr nur sprechen, wir wollen es tun.
Wenn wir annehmen, TEAM FREIHEIT würde über die 5 % kommen und im Landtag sitzen, dann ist das ja noch kein wirklicher Einfluss.
Zum einen gehe ich nicht davon aus, dass wir lediglich 5 % holen werden. Vielmehr bin ich der Meinung, dass freiheitliche Politik genau das ist, was die Menschen aktuell haben möchten. Ob ich mit Unternehmern spreche oder mit Eltern, die feststellen müssen, dass Bildungspolitik ein Desaster ist – überall begegnen mir Probleme, die mit einer liberalen, freiheitlichen Politik beantwortet werden können. Ich bin daher überzeugt, dass wir nicht über die 5-%-Hürde sprechen müssen, sondern wir deutlich mehr Zustimmung erreichen werden. Zudem: Es wird keine Partei geben, die die absolute Mehrheit im Landtag holt. Somit wird es Zusammenarbeit zwischen den Parteien geben müssen. Wir müssen dabei schauen, dass man gemeinsam arbeitet. Das ist ja ein großer Pluspunkt von TEAM FREIHEIT: Bei uns gibt es keine Gesprächsverbote. Es gibt keine Zwänge, die uns von einer inhaltlichen, sachlichen Zusammenarbeit in den Parlamenten abhalten.
Das würde bedeuten, dass Sie die Gestaltungsmacht wieder ins Parlament zurückholen wollen und dort keine Berührungsängste in der Zusammenarbeit mit den gewählten Vertreterinnen und Vertretern der anderen Parteien haben. Es geht TEAM FREIHEIT um die Inhalte und nicht darum, welches Parteibuch jemand in der Tasche hat.
Richtig.
Zur Person
ist Unternehmerin in der Immobilienwirtschaft und wechselte Mitte 2025 von der FDP zum TEAM FREIHEIT, wo sie nunmehr als Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 aufgestellt wurde.



